Skip to main content

Marco Genthe: FDP fordert qualifizierte Leichenschau in Niedersachsen

Studien belegen, dass in Deutschland jedes Jahr rund 1000 Tötungsdelikte übersehen werden. Zudem sind Todesbescheinigungen selten fehlerfrei. Ein Zustand, den der rechtspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Dr. Marco Genthe, nicht länger hinnehmen möchte. „Nicht nur die Vergütung der ärztlichen Leichenschau, wie sie die Ärztekammer aktuell fordert, muss fair gestaltet werden, sondern auch deren Qualität muss steigen. Bisher wird sie viel zu oft von Ärzten durchgeführt, die damit zu wenig Routine haben. Todesfeststellung und Leichenschau müssen stattdessen durch ein Vier-Augen-Prinzip voneinander getrennt werden. Wir brauchen Experten, die den Leichnam innerhalb von 24 Stunden nach Todeseintritt begutachten“, so Genthe. Beispielhaft sei dies schon jetzt mit der Einrichtung eines „Leichenschaudienstes“ in einem Pilotprojekt im Delmenhorster Stadtkrankenhaus umgesetzt, das der FDP-Rechtsexperte schrittweise auf ganz Niedersachsen ausdehnen will. Zunächst solle dies in Krankenhäusern  und Altenheimen umgesetzt werden. Sobald dort ein nachhaltiges System integriert sei, solle die Ausweitung auf den ambulanten Bereich folgen. Die qualifizierte Leichenschau diene nicht nur dazu, mehr Tötungsdelikte aufzudecken. Sie sei vor allem auch wichtig, um detailliertere Erkenntnisse über Todesursachen zu erhalten. Diese Informationen würden dann der Forschung und der Patientenversorgung zugutekommen.

Hintergrund: Die FDP-Fraktion im Landtag Niedersachsen fordert mit dem beigefügten Antrag „Qualifizierte Leichenschau“ die schrittweise Einführung der qualifizierten Leichenschau in ganz Niedersachsen. Besondere Aktualität erlangt der Antrag durch die jüngste Forderung der Ärztekammer Niedersachsen nach einer angemessenen Vergütung der Leichenschau.

 

Zurück